Mit Arma Georgii auf Geschichtsreise

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Eine Zeitreise zurück ins Mittelalter, genauer gesagt ins 15. Jahrhundert, unternahmen die Schüler der Ganztagesklasse 6gtk der Johann-Brunner-Mittelschule Cham. In dieses Jahrhundert fallen die Hussiteneinfälle, von denen auch unsere Gegend stark betroffen war. So untersuchten die Schüler im Vorfeld im Unterricht die Lebensbedingungen und die Kriegstechnik der damaligen Zeit. Um die Hintergründe begreifbarer zu machen, lud man Arma Georgii, einen Verein für erlebbare Geschichte aus Furth im Wald, ein. So erläuterte eine Marketenderin, welche damals in vielfältiger Hinsicht für die Versorgung der Truppen zuständig war, die Besonderheiten der damaligen Bekleidung der Frauen. Kleid und Unterkleid waren zu dieser Zeit ein gängiger Standard, der die Frauen fülliger aussehen ließ. Auch ging man mancher Redensart auf den Grund und so wurde „unter die Haube kommen“ damit erklärt, dass verheiratete Frauen ihr Haar nicht mehr offen trugen. Anschließend erläuterte ein Söldner, dass die Kriegsknechte des 15. Jahrhunderts gut ausgebildete Soldaten waren, die ihr Handwerk mit einer Vielzahl von speziell geformten Waffen ausführten. Zur Grundausrüstung zählte ein Gambeson, also eine schwere Jacke, die aus bis zu 30 Lagen Leinenstoff bestand. Durch Verwendung von Kettenhemden und durch Teilrüstungen versuchte man sich im Kampf größere Chancen zum Überleben zu verschaffen. Besonders beeindruckend empfanden die Schüler den Schwertkampf, bei dem es darauf ankam, die wunden Stellen bei der Rüstung zu finden. Schwerter waren den Edlen vorbehalten, beim einfachen Volk kamen vorwiegend Kriegsmesser und bäuerliche Waffen zum Einsatz. Auch erfuhren die Schüler, dass Kriegsspieße wie z.B. die „Ochsenzunge“ oder der „Rossschinder“ durch besondere Zusatzschneiden und Widerhaken zu Spezialwaffen wurden, mit denen man gegnerische Fußtruppen und Reiterei stoppen konnte. Nach den Vorführungen hatten die Schüler noch Gelegenheit, sowohl Waffen als auch Ausrüstungsgegenstände genauer zu untersuchen – Geschichte wurde somit lebendig und begreifbar. Obwohl man einerseits  von dem Kriegsgerät beeindruckt war, machte sich hinterher bei so manchem Schüler auch Betroffenheit über die Brutalität im Kampf und ein Nachdenken über die Bedeutung von Sicherheit, Frieden und Freiheit breit.