Rauhnächte an der JBM-Cham

Einen recht ungewöhnlichen Besuch erhielten die Klasse MS1 aus St. Gunther und die beiden Ganztagesklassen 6dG und 8dG der JBM, welche beide als Partnerklassen der MS1 fungieren. Auf Initiative von Lehrerin Monika Graßl aus St. Gunther besuchten die Woid-Krampal aus Arnbruck und Umgebung die Schule und stellten den Brauch der Rauhnächte vor. Die Woid-Krampal betonten, dass dieser Brauch hauptsächlich im Alpenraum, aber auch in manchen Gebieten des Bayerischen Waldes beheimatet ist. Gar gruselig geht es in den 12 Nächten um die Jahreswende zu; diese Zeit gehört nämlich den dunklen Mächten, den Hexen und den Druden. Gerade in den dusteren Nächten, wenn der Wind um die Häuser pfiff und wenn man im Nebel oder im Schneegestöber draußen bösartige Gestalten zu erkennen vermochte, glaubte man an das Übersinnliche. Die Woid-Krampal wollten die Schüler jedoch nicht erschrecken und erklärten ihnen vorab die Masken und Ausrüstungsgegenstände; für manche Schüler war es besonders beeindruckend, sich solch eine Maske aufsetzen zu lassen. Es gibt es nicht nur böse Gestalten, sondern auch gute, die z.B. mit ihren besonderen Hörnern das Glück einfangen können. Anschließend durften die Schüler die Metamorphose vom Menschen zur Sagengestalt erleben; dem einen oder anderen wurde dabei aber dennoch etwas mulmig. Als versöhnlicher Ausklang erschien der Nikolaus, den die Woid-Krampal mitbrachten, und überreichte jedem Kind ein kleines Geschenk. Zum Abschluss stellten sich die Woid-Krampal dankenswerterweise zu einem gemeinsamen Foto in der Aula zur Verfügung. Der Leiter der Gruppe betonte hierbei in einem Gespräch, dass Traditionen besonders im ländlichen Raum einen hohen Stellenwert haben und es ihm mit dieser Veranstaltung um den Erhalt und die Weitervermittlung von Brauchtum an die Jugend geht. Die St. Gunther-Schule und die JBM bedankten sich bei der Gruppe für die beeindruckenden Vorführungen und überreichten ein kleines Präsent.