Mit „Arma Georgii“ ins Mittelalter

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Auf ins Mittelalter, genauer gesagt ins ausgehende Mittelalter, hieß es am 14.03.2017 für alle 6. Klassen der Johann-Brunner-Mittelschule in Cham, als sich „Arma Georgii“, ein Verein für erlebbare Geschichte, sich zu einem Besuch ansagte.
Söldnerchef Martin Müller legte dieses Mal einen besonderen Wert auf die Sozialstruktur der damaligen Zeit und auch auf die Lebensumstände. So wurde zuerst die Kleiderordnung vorgestellt: Nur Männern war es erlaubt, Hosen zu tragen; diese wurden zum festeren Sitz an der Oberbekleidung befestigt. Gürtel trug an über der Bekleidung, an ihm waren der Geldbeutel bzw. die Geldkatze angehängt, ferner befestigte man daran einen Beutel für das Essbesteck und den Almosenbeutel. Frauen durften nur ausschließlich Röcke oder Kleider anhaben, das Tragen von Hosen wurde als unstandesgemäße Kleidung angesehen und schwer bestraft. Frauen bedeckten mit einer Haube ihr Kopfhaar, um anzuzeigen, dass sie bereits verheiratet sind.
Söldner bildeten sich im Kriegshandwerk besonders fort und sie stellten ihre Dienste gegen Bezahlung zur Verfügung. Je nach Einkommen konnten sich die Söldner auch aufwändigere Schutzbekleidung wie einen Gambesson, ein Kettenhemd oder gar eine Teilpanzerung aus Metall leisten. Schwerter mit beidseitiger Schneide waren ausschließlich edlen Leuten vorbehalten, Söldner benutzten dagegen Kriegsmesser mit einseitiger Klinge, das einfache Volk verwendetete im Kriegsfalle oder bei Aufständen meist nur bäuerliche Waffen wie z.B. als Waffen umgearbeitete Sensen oder Spieße. Nach den Vorführungen hatten die Schüler noch Gelegenheit, sich mit den Akteuren zu unterhalten und nähere Informationen einzuholen und die Ausrüstungsgegenstände genauer unter die Lupe zu nehmen.
Alle Schüler waren froh, im Europa der heutigen Zeit zu leben; eine Zeit, die einem im Vergleich zu früher doch alle Freiheiten verspricht und in der man friedlich zusammenleben kann.