Bunt statt blau - Eröffnung der DAK-Ausstellung zum Thema Alkoholismus

„Bunt statt blau“ ist eine Aktion der DAK, die bereits zum 8. Mal stattfindet. Die Kampagne wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie widmet sich dem Kampf gegen den Alkoholmissbrauch. Bestandteil ist ein Plakatwettbewerb gegen das so genannte „Komasaufen“, die jährlich ausgezeichneten Plakate werden zu einer Ausstellung vereint, die deutschlandweit zu sehen ist. Diese Ausstellung ist nun für eine Woche in der Aula der JBM aufgebaut.
Zur Eröffnung der Ausstellung hatten sich auf Einladung des Leiters des Service-Zentrums der DAK Stefan Wittmann unter anderem der stellvertretende Landrat Markus Müller, der stellvertretende Dienststellenleiter der Chamer Polizei, Stefan Fischer, die 2. Bürgermeisterin der Stadt Cham Christa Strohmeier-Heller und der Rettungsdienstleiter des BRK Cham Michael Daiminger eingefunden.
Aus der Vielfalt der Ämter und Funktionen dieser Redner entstand über die Redebeiträge für die anwesenden Schüler der JBM ein interessantes Spektrum der Auseinandersetzung mit dem Thema – Appelle kamen ebensowenig zu kurz wie beklemmende Informationen über das Ausmaß von Vorfällen im Zusammenhang mit Alkoholismus.
Der stellvertretende Landrat Markus Müller nahm Bezug auf eine aktuelle Radionachricht des Tages, nach der etwa 9 Millionen Menschen in Deutschland zu viel Alkohol trinken. Das thematisierte „Komatrinken“ gab es früher nicht, immerhin ist die Zahl der Komatrinker unter den jungen Leuten rückläufig. Er appellierte an die anwesenden Jugendlichen, dieser Sucht zu widerstehen, wies aber auch darauf hin, dass es vielfache Hilfsorganisationen gibt, die sich dem Problem Alkohol widmen.
Der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei in Cham, Stefan Fischer, berichtete darüber, wie häufig er und seine Kollegen sich bei ihren Einsätzen mit alkoholisierten Personen auseinandersetzen müssen und hatte auch entsprechende aktuelle Zahlen parat. 17,5 % aller Straftaten geschehen danach unter Alkoholeinfluss. Der Alkohol hat einen besonders hohen Anteil an den so genannten Rohheitsdelikten, z. B. Körperverletzungen. Am Wochenende spielt bei 43 % dieser Vorfälle Alkohol eine Rolle. Bei Straftaten, die Jugendliche begehen, sind die Täter zu 25 % unter Alkoholeinfluss.
Rettungsdienstleiter Michael Daiminger schilderte das Problem sehr eindringlich aus der Sicht seiner Einsätze und der seiner Kollegen, die vor Ort gerufen werden.
Beleidigungen und Aggressionen denen gegenüber, die helfen wollen, kommen bedrückend oft vor. Er berichtete beispielweise von einem 19-jährigen betrunkenen Patienten, kurz vor 4 Uhr morgens nach einer Disco-Schlägerei, wie dieser bei einer Blutalkoholkonzentration von 2,7 Promille aggressiv auf seine Helfer reagiert und die Behandlung ablehnt, so dass Polizeikräfte zur Unterstützung eingreifen müssen.
Solche Fälle sind heute keine Einzelfälle mehr. Die Einsatzkräfte werden immer wieder insbesondere von alkoholisierten Patienten und deren alkoholisierten Freunden beleidigt und darin behindert, helfen zu wollen.
Er sieht die zu beobachtende Verbindung Drogen-Alkohol-Gewalt als problematisch und appellierte abschließend an die Jugendlichen, dass sie auf sich gegenseitig aufpassen sollen. Sie seien verpflichtet, im richtigen Moment zu sagen: Jetzt ist Schluss.
Stefan Wittmann dankte den anwesenden Referenten und drückte abschließend seine Freude darüber aus, dass die Ausstellung noch bis Freitag an der JBM zu sehen ist und vielleicht noch einige Schüler animiert werden, sich am Wettbewerb um das beste Plakat zu beteiligen.